Ich weiß nicht mehr, wann es war - irgendwann wusste ich, dass ich nicht zu den Jägern gehöre,
die jeden Tag raus müssen ins Revier und dass das vor der Haustür sein muss. Ich wollte immer
in die Einsamkeit und die ist dort, wo es mühsam wird. Oben, am Berg. Parallel zum Wunsch "Hund"
gab es seit vielen Jahren den Wunsch "Berghütte" und den hat mir ein mir sehr wichtiger Mensch
erfüllt. Für mich gibt es keine schönere Jagd als die Bergjagd.

Man muss sich Zeit nehmen dafür und man muss den Berg als die größere Gewalt anerkennen.
Nirgendwo sind die Blitze tiefer als dort und nirgendwo ist man schneller seinen Grenzen näher
als da oben. Ich jage in einem Revier im Berchtesgadener Land, lt. Ganghofer ein Platz, wo einen
Gott fallen lässt, wenn er einen lieb hat.

Wir haben Gams, Rotwild, Auerwild und Schneehasen. Rehwild verirrt sich seltenst da rauf. Wenn
ich dort bin, dann immer "ganz" für ein paar Tage. Es braucht Zeit, bis man die Wechsel kennt,
bis man gefährtet hat und sich entsprechend hinsetzt. Der Schnee bleibt ca. 6 Monate liegen und
in dieser Zeit kann man die Hütte nur mit Skiern oder Schneeschuhen erreichen. Im Sommer gibt
es wenige, die den steilen Steig oder die lange Strecke über die Forststraße nehmen. Wir haben tagaktives Wild und jeder Tag da oben ist ein Geschenk.


Die restliche Zeit im Herbst und Winter bin ich auf Drückjagden in Bayern oder auch anderen
Bundesländern unterwegs, damit mein Hund entsprechend Arbeit bekommt. Ich mag es nicht,
wenn Tiere unnötig leiden. Als in der 8. Klasse alle mal vor einem zappelnden Singvogel im
Schulhof standen und ich ihn schließlich aufnahm und ein paarmal an die Mauer des Schulge-
bäudes warf, trat unsere Biolehrerin dazu und sagte vorwurfsvoll zu mir, dass sie so etwas nie
tun könnte. Ich antwortete daraufhin, dass ich nicht dabei zusehen kann, wie ein schwer
verletztes Tier langsam stirbt.